Das Stadtprojekt: Bad Klassendau - Eine Klasse 7 lernt das finanzielle Überleben

Das Stadtprojekt ist Teil des Mathematikunterrichts der Klasse 7d und dient dem lebensnahen Erfahren der Themen: rationale Zahlen, Prozentrechnung, Zinsrechnung, Terme und Variablen, sowie der Angebotskalkulation und der Abrechnung. Die Schülerinnen und Schüler haben zu Beginn des Projekts verschiedene Rollen angenommen. Dazu gehören der Bürgermeister, das Finanzamt, das Amt, die Baufirma, die Baumaschinenfirma, die Architekten, der Lux-Store, der Einzelhändler, der Landwirt, der Bäcker, der Makler, Bürger, Behörden, die Bank und die Versorger. Ein Video zum Projekt gibt es unter: http://www.franziskusgymnasium-it.de/Stadtprojekt.mp4 Das Projekt im Detail: Der Bürgermeister legt die Steuern, den Bebauungsplan, die Grundgehälter, das Startkapital, also alle Randbedingungen der Stadt fest und sorgt für dessen Optimierung und Einhaltung. Das Finanzamt erfasst alle Angestellten und Selbstständigen und berechnet die Abgaben und kontrolliert die Buchhaltungen. Das Amt erfasst alle Bürger und zahlt Arbeitslosengeld oder sonstige soziale Leistungen und erhebt Gebühren für Gewerbe und Immobilien. Die Architekten planen und berechnen Angebote für Immobilien oder Renovierungen. Die Baufirma arbeitet eng mit den Architekten und den Maklern zusammen. Der Einzelhandel verkauft alles Lebensnotwendige, er musste sich direkt verschulden, um die erste Ware einkaufen zu können. Diese Schulden machten sie bei der Bank. Die Bank gibt Kredite mit einem festen Zins und verkauft Versicherungen. Sie macht auch Anlagengeschäfte. Sie bietet beispielweise Anlagen in einen neuen Hafen an. Der Landwirt bestellt das Land und musste im ersten Schritt das Saatgut für seine Flächen kalkulieren und Subventionen beantragen. Seine Maschinen bekommt er vom Baumaschinen Händler. Alle Luxusartikel gibt es im Lux Store. Es gibt noch viele weitere Rollen, man kann aber schon jetzt erkennen, welchen Umfang dieses Projekt hat. Alle verwendeten Werte für Zinsen und den Einkauf wurden von den Schülern recherchiert und mittels Exceltabellen kalkuliert. Die Schüler haben schnell gelernt, besonders die Bank, dass man ohne eine Software zu Datenverarbeitung schnell an seine Grenzen kommt. Auch die zufällig eintretenden Fälle von Krankheit oder Schäden zeigen den Schülern, wie schnell man finanziell in eine beängstigende Situation kommt. Auch das Verfassen von Arbeitsverträgen zeigte, dass die Schüler noch viele Fehlvorstellungen haben. Die Bank wollte ihrer Angestellten 10.000€ im Monat zahlen, aber keine 10€ pro Stunde. Dies aufzuklären, bedurfte ein intensives Nachdenken über Arbeitszeiten, Urlaub und Wert von Arbeit. Auch die Zinsen für Kredite wurden unterschätzt und könnte den einen oder anderen zur Insolvenz führen. Bei der ersten Steuerklärung, die jeder machen musste, haben fast alle sofort einen Austritt aus der Kirche beantragt. Die Kirchensteuer wäre viel zu hoch. Den Schülern war auch nicht klar, dass man Ware erst einkaufen muss, wenn man sie verkaufen möchte und sie mussten Begriffe wie die Gewinnspanne, Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer und Kosten-, Nutzenrechnung zum Teil schmerzlich lernen. Das Projekt ist zu einem Selbstläufer geworden. Die Dokumente, Tabellen und Verträge wurden nahezu ohne Beteiligung der Lehrkraft erstellt. Die schulinterne OnlinePlattform ermöglicht den Schülern eine vollständige Digitalisierung, auf die jeder Schüler zu jeder Zeit Zugriff hat. Zu ernsthaften Schwierigkeiten ist es bei den Kosten für Artikel und Gebäude gekommen. Hier mussten die Schüler lernen, dass Marktwirtschaft ohne Fairness und Regeln in Chaos und Streit endet. Besonders in den letzten Stunden wurde deutlich, dass Fairness nicht nur beim Sport wichtig ist, denn ohne diese Fairness, geraten Firmen in den Bankrott, dies wäre beinahe geschehen Ohne Fairness haben Bürger ihr Hab und Gut verloren. Auch die Begriffe Wucher und Betrug ergeben sich in ihrer Bedeutung von selbst in einem solchen Projekt. Das Stadtprojekt hat schon jetzt mehr gelehrt, als es in einem normalen Unterricht möglich gewesen wäre. Dies liegt aber auch an der besonders leistungsstarken Klasse. Und oft hieß es: Vertretungsunterricht = Stadtprojekt. Zurzeit stehen die Planung eines großen Konzerts und der Bau einer Tankstelle an.

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