In China kannst du jetzt mit deinem Lächeln bezahlen

Grinsen statt Geld: Der chinesische Technologiekonzern Alibaba testet bargeldloses Zahlen per Gesichtserkennung. Einmal in die Kamera gucken und die Rechnung ist beglichen. Wie funktioniert das?

Anstatt mühsam das Kleingeld zu suchen oder den Pincode für die Kreditkarte einzutippen, muss man nur kurz in eine Kamera lächeln und schon ist die Rechnung beglichen. Wie das geht? Ein Restaurant in China zeigt es uns.

 

Lächeln, bestätigen, fertig


„Alipay“, der Zahlungsdienst des chinesischen Onlinekonzerns Alibaba, testet in einem Restaurant in Hangzhou, China, ein neues Bezahlmodell. Nachdem die Kundin ihre Bestellung aufgegeben hat, muss sie nur kurz in die Kamera lächeln. Das aufgenommene Foto wird gescannt, dann muss sie den Kauf kurz auf dem Handy bestätigen. Fertig. Das Geld wird einfach vom Konto abgebucht.

Der Computer erkennt die Kunden anhand des Gesichts und misst zum Beispiel die Größe der Augen, die Augenfarbe, den Abstand des Mundes zur Nase und noch vieles mehr. Das nennt man biometrische Daten. Alipay versichert, dass die Kameras die Gesichter so gut analysieren können, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind.

 

Das folgende Video zeigt den Zahlungsservice in einem Restaurant im ostchinesischem Hangzhou:

 

Kommt das Zahlen per Gesichtserkennung auch nach Deutschland?


Genau hier liegt jedoch auch ein Problem, das die Verbreitung des Systems außerhalb von China unwahrscheinlich macht. Durch strengere Daten- und Personenschutzgesetze in westlichen Ländern, vor allem im Bezug auf gespeicherte biometrische Daten, ist es illegal, das System nach Deutschland oder in die USA zu bringen.

Auch ist es unwahrscheinlich, dass westliche Bürger freiwillig ihre Fotodaten an eine große Firma abtreten – auch wenn diese versichert, dass diese geheim gehalten werden.

 

Orange by Handelsblatt, 04.09.2017, URL: http://orange.handelsblatt.com/artikel/33086

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