Stimmt es, dass Hacker unsere Wirtschaft lahmlegen können?

Die Welt wird immer vernetzter – und zugleich verletzlicher. Datenangriffe auf Firmen können uns empfindlich schaden.

Der Roman „Blackout“ von Marc Elsberg entwirft ein düsteres Szenario: Hacker schalten in Europa und den USA die Stromnetze ab. Bald darauf bricht die Wirtschaft zusammen. Fabriken stehen still, Tankstellen und Geldautomaten fallen aus, Telefone sind tot. Die Geschichte mag übertrieben sein – doch sie zeigt, wie verwundbar unsere zunehmend vernetzte Welt ist.

In „Blackout“ manipulieren Hacker die intelligenten Stromzähler, die auch in Wirklichkeit bereits in vielen Kellern hängen. Aber auch in Fabriken oder Lagerhäuser zieht immer mehr digitale Technologie ein. Autos und Lastwagen sind längst rollende Rechenzentren. Und PCs stehen sowieso in jedem Büro. Einige Beispiele zeigen, was passieren kann. So liefen Anfang 2016 einige deutsche Krankenhäuser im Notbetrieb, weil schädliche Programme die Computer blockierten. In der Ukraine fiel Ende 2016 großflächig der Strom aus, weil Hacker das Netz attackiert hatten. Ende des vergangenen Jahres blieben auch fast eine Million Telekom-Kunden aufgrund eines Cyberangriffs ohne Internet oder Telefon.

Wir stehen vor einem doppelten Problem: Die Angriffsfläche wird stetig größer und die Angreifer werden immer professioneller. Ein Szenario wie in „Blackout“ könnte also Wirklichkeit werden. Soll es aber nicht. Daher will die Politik zum Beispiel ein Gesetz verabschieden, das Krankenhäuser oder Firmen, die Stromnetze betreiben, dazu verpflichtet, sich besser zu schützen.

Handelsblatt Newcomer, Jan./Feb. 2017, AUSGABE 42

 

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